Migration

ACCESS - Integration of Refugee Children

THE PROJECT

Training manual on social integration refugee children and unaccompanied minors for developing social workers’ competences (ACCESS)

This project intends to prepare a training manual on social integration of refugee children and their right to access education. The manual can be used it to train staff and members of partner organisations and NGOs working with refugees.

The objectives of this project are:

  • To improve the knowledge of members and staff of partner organisations and other NGOs on the subject *of social integration and rights of refugee children
  • To raising awareness on social integration of refugee children and their right to access education
  • To sharing experiences and knowledge on social integration of refugees
  • Contribute to understanding and respect for human rights and democracy
  • To encourage tolerance and respect for other people and cultures
  • To create opportunities for international exchanges, mobility and cooperation of staff, educators, and learners from vulnerable groups, without any discrimination


The project is funded under the European Commission’s Lifelong Learning Programme, Grundtvig Learning Partnerships. The participating organizations would like to thank the Education, Audiovisual and Culture Executive Agency, the Directorate General Education and Culture of the European Commission and the National Agencies of the participating organisations for their support.

The views expressed here are the authors’ own and the European Commission cannot be held responsible.

BEGEGNUNGEN in Geschichte und Gegenwart: DEUTSCHLAND und die TÜRKEI

Zum Umgang mit differierenden Erinnerungskulturen in der multi-ethnischen Gesellschaft – Eine Seminarreihe für Multiplikator/-innen in der Bildungs- und Jugendarbeit


Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und der Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft


In einer multi-ethnischen Einwanderungsgesellschaft gibt es nicht mehr die eine nationale Erinnerung an historisch und kollektiv bedeutsame Geschehnisse. Vielmehr sind gleichzeitig viele verschiedene nationale und regionale Erinnerungen und mit ihnen verbundene kollektive Identitäten in der Gesellschaft und auch in ihren Bildungseinrichtungen präsent.


Bedeutsam und konflikthaft werden diese vor allem in der Auseinandersetzung, der Erinnerung und der Anerkennung von historischen Konflikt-, Diskriminierungs-, Gewalt- und Kriegserfahrungen. Dies gilt zum Beispiel für die Gründungsgeschichte der türkischen Republik die von Armeniern, christlichen Minderheiten und Kurden vor dem Hintergrund von Völkermord und ethnischer Vertreibung und Diskriminierung anders gelesen wird, als von der türkischen Mehrheit.


Bis in die 90er Jahre war auch die Erinnerung an und die Interpretation der deutschen Gewaltgeschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust immer wieder umkämpft, bis sich in den letzten Jahrzehnten in der Bundesrepublik eine weithin anerkannte Erinnerung und Interpretation etabliert hat.


Am Beispiel der historischen Verwobenheit der deutsch-jüdisch-türkisch-armenisch-kurdischen Geschichte in zwei Weltkriegen, Völkermorden, Vertreibungen, Flucht und Exil, will die Seminarreihe Wege erarbeiten, um die in dieser Verwobenheit begangenen Menschenrechtsverletzungen und erlittenen Gewalterfahrungen multiperspektivisch und repektvoll zu bearbeiten und aufeinander zu beziehen. Auf diese Weise sollen – im Kontext der deutschen Einwanderungsgesellschaft sowie im Bezug auf die deutsche Gewaltgeschichte und auf die Geschichte ihrer Bearbeitung und Erinnerung – Zugänge und Ansätze entwickelt werden, die eine nicht-hermetische Bearbeitung und Auseinandersetzung mit (historischen) kollektiven Menschenrechtsverletzungen und Gewalterfahrungen ermöglicht, die in der Lage ist, divergierende Wahrnehmungen Anderer einzubeziehen.


Das Programm richtet sich an Multiplikator/-innen in der Bildungs- und Jugendarbeit, insbesondere auch an solche, die einen Bezug zur Türkei haben.


Die Seminarreihe beginnt im August 2013 und endet im Juni 2014. Sie umfasst neun Seminartage zwischen Ausgust 2013 und Juni 2014, acht öffentliche Abendveranstaltungen zwischen August 2013 und Mai 2014 und eine 3-tägige Studienreise nach Berlin im September 2013.


Die öffentlichen Abendveranstaltungen jeweils am Freitag sind verbunden mit einem Seminar für die teilnehmenden Multiplikator/-innen am Samstag. Im Seminar werden die Themen und Thesen der öffentlichen Vorträge vertieft und mit interaktiven Methoden reflektiert. Dabei werden die teilnehmenden Mutiplikator/-innen ermutigt, ihre Erfahrung und Einbindung in ihre verschiedenen Erinnerungskollektive und ihren Zugang zu den behandelten Menschenrechtsverletzungen mit den Erfahrungenen und Erinnerungen der anderen Teilnehmer/-innen in Verbindung zu setzen.

Programm:


1. Block:Der historische Kontext: Deutsch-Türkische Geschichte vom Ende des

19. Jhd. bis zur Mitte des 20. Jhd.


Samstag, 17. August 2013: Seminar für Multiplikator/-innen und Abendveranstaltung

Vorträge der Abendveranstaltung:

  • Einführung: Erinnerungskultur in der Einwanderungsgesellschaft im Spiegel der Bagdad-Bahn (iMiR, Hambug)
  • Hamburg und die Türkei in Geschichte und Gegenwart (Yasar Aydin, Hamburg)

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Freitag, 13. September 2013: Abendveranstaltung:

  • Hamburg – Basra: Spuren der Bagdad-Bahn in Hamburg (iMiR, Hamburg)
  • „Der eigenen Verantwortung stellen“ (Nikolaus Brauns, Berlin)
  • Deutsch-türkische Beziehungen im Ersten Weltkrieg: Der Völkermord an den Armeniern und die deutsche Verantwortung (Wolfgang Gust, Hamburg)

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Samstag, 14. September 2013: Seminar für Multiplikator/-innen


Studienreise nach Berlin 27.- 29. Sepetmber 2013: Das „armenisch-deutsch-türkischen Dreieck“ in Berlin

  • Führung und Gespräch im Haus der Wannsee-Konferenz (NS-Diktatur)
  • Besuch des Lepsiushauses in Postdam (Völkermord an den Armeniern)
  • Wie Geschichten sich kreuzen: Hardenbergstrasse (Exil, Vertreibung, Massenmord)

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Freitag, 1. November 2013: Abendveranstaltung

  • Einführung: Reisebericht und Eindrücke von der Studienreise nach Berlin (iMiR, Hamburg)
  • Die Türkei, die Juden und der Holocaust (Eike Stegen, Berlin)
  • Türkische Juden in Hamburg und in Istanbul (angefragt Aycan Demirel, Berlin)

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Samstag, 2. November 2013: Seminar für Multiplikator/-innen


Freitag, 29. November 2013: Abendveranstaltung

  • Einführung: Konstantinopel/Istanbul, Smyrna/Izmir, Angora/Ankara – Nationalisierung und Türkisierung der Osmanischen Landschaft (iMiR, Hamburg)
  • Der Völkermord an den Armeniern und die Shoa (Mihran Dabag, Bochum)

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Samstag, 30. November 2013: Seminar für Multiplikator/-innen


Freitag, 17. Januar 2014: Abendveranstaltung

  • Einführung: Hamburg - Berlin – Istanbul - Ankara- Aleppo – Basra: Widerständige Orte und Akteure (iMiR, Hamburg)
  • Protagonist_innen des Widerstands und der Zivilcourage 1915-1916 (Aysin Inan, Berlin)
  • Protagonist_innen des Widerstands und der Zivilcourage in der NS-Zeit (Janne-Renate Delin, Hamburg)

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Samstag, 18. Januar 2014: Seminar für Multiplikator/-innen


2. Block:Der kollektive Umgang mit Gewaltgeschichte: Zum schwierigen Prozess

der Aufarbeitung, Anerkennung und Erinnerung


Freitag, 21. Februar 2014: Abendveranstaltung

  • Einführung: Vom Umgang mit den im Deutschen und im Osmanischen Reich verübten Genoziden
  • Deutschland - Zum schwierigen Prozess der Aufarbeitung, Anerkennung und Erinnerung der NS-Verbrechen (Eike Stegen, Berlin)
  • Geraubte armenische Frauen und Kinder: Die Recherchen der 3. Generation zu ihren verschwiegenen armenischen Wurzeln als aktuelle Geschichtsbearbeitung (Talin Suciyan, München)

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Samstag, 22. Februar 2014: Seminar für Multiplikator/-innen


Freitag, 28. März 2014: Abendveranstaltung

  • Einführung: Zukunft der Erinnerung (Ines Fögen, iMiR)
  • Habap Çeşmeleri – Die Brunnen von Habap.Erinnerungsspuren und die Zukunft der Erinnerung, (Fethiye Çetin, Berlin)
  • Moderation (Andreas Hieronymus, iMiR)

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Samstag, 29. März 2014: Seminar für Multiplikator/-innen


3. Block:Völkermorde des 20. Jhd.: Die Kämpfe um Anerkennung und die Fragen

der Vergleichbarkeit


Freitag, 9. Mai 2014: Abendveranstaltung

  • Einführung (Ines Fögen, iMiR, Hamburg)
  • Völkermorde des 20. Jahrhunderts (Jürgen Zimmerer, Hamburg)
  • Die Kämpfe um Anerkennung und die Fragen der Vergleichbarkeit (Micha Brumlik, Frankfurt)
  • Moderation (Andreas Hieronymus, iMiR)

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Samstag, 10. Mai 2014: Seminar für Multiplikator/-innen


Freitag, 13. Juni: 3-stündiges Abendseminar für Multiplikator/-innen: Abschluss


Teamer: Dogan Akhanli, Hasan Burgucuoglu, Ines Fögen, Andreas Hieronymus


Bei Interesse und für die Anmeldung zur Seminarreihe melden Sie sich gerne. Sie erhalten dann weitere Infos zu den Inhalten und den Rahmenbedingungen (Zeitumfang, Kosten).


Ines Fögen

Institut für Migrations- und Rassismusforschung e.V.

Nernstweg 32-34

22765 Hamburg


fon: +49 (0)40 4929 7247

fax: +49 (0)40 413 696 20

email: ifoegen@imir.de

17. August 2013

1. Öffentliche Veranstaltung im Rahmen der Seminar- und Veranstaltungsreihe:

Begegnungen in Geschichte und Gegenwart: Deutschland und die Türkei

Samstag, 17. August 2013, 19.00 – 21.00, Saal der Werkstatt Drei, Nernstweg 32, Eintritt frei


Hamburg – Basra: Erinnerungskultur in der Einwanderungsgesellschaft

Geteilte und getrennte Erinnerungen entlang der Bagdad-Bahn.

Ines Fögen und Dr. Andreas Hieronymus vom iMiR, Institut für Migrations- und Rassismusforschung Hamburg, führen in die Seminar- und Veranstaltungsreihe ein


In einer multi-ethnischen Migrationsgesellschaft wie der BRD, gibt es nicht mehr die eine nationale Erinnerung an historisch und kollektiv bedeutsame Geschehnisse. Viele verschiedene nationale und regionale Erinnerungen und mit ihnen verbundene kollektive Identitäten sind gleichzeitig in der Gesellschaft präsent. Bedeutsam und konflikthaft werden diese vor allem in der Auseinandersetzung um Erinnerung und Anerkennung von historischen Konflikt-, Diskriminierungs-, Gewalt- und Kriegserfahrungen. Daraus ergibt sich für das Selbstverständnis der Gesellschaft und ihrer verschiedenen Gruppen die Frage, wie eine kritische und gleichzeitig respektvolle und gleichberechtigte Auseinandersetzung um die Benennung und Bewertung der unterschiedlichen, zum Teil konflikhaften Geschichtsbezüge geführt werden kann. Mit dieser Frage im Reisegepäck, folgen wir der Bahnlinie der Bagdad-Bahn von Hamburg nach Basra am Persischen Golf. Sie ist ein Produkt der imperialen Träume des Deutschen Reichs am Ende des 19. Jahrhunderts und der Allianz mit dem damaligen Osmanischen Reich. Der fast 40-jährige Bau der Bagdad-Bahn und die Nutzung von Streckenabschnitten für die unterschiedlichsten zivilen und militärischen Zwecke stehen exemplarisch für die enge, vielfältige und schwierige Verwicklung der Geschichten von Deutschen, Türken, Kurden, Armeniern, Arabern und Juden.


Deutsch-Türkische Begegnungen im Spannungsfeld von Furcht und Faszination, Kooperation und Konflikt

Dr. Yasar Aydin, SWP Stiftung Wissenschaft und Politik sowie Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit, Berlin


Rund 90.000 Migranten aus der Türkei leben und arbeiten in Hamburg – sie nehmen am sozialen Leben aktiv teil, sind präsent in Wirtschaft, Politik und Medien und sie tragen zum kulturellen Leben der Stadt bei. Wenn auch erst seit den 60er Jahren eine türkische Gemeinde in Hamburg existiert, gehen die Begegnungen Hamburgs mit den Türken respektive dem Osmanischen Reich auf die Vormoderne zurück, die durch Furcht und Faszination, Kooperation und Konflikt geprägt sind. Welche Faktoren bedingten die deutsch-türkischen Begegnungen, welche Etappen durchliefen sie? Dieser Vortrag wird die lange Geschichte der deutsch-türkischen Begegnungen in drei Etappen skizzieren und ihre sozio-politischen Hintergründe beleuchten: Die Begegnungen in der Vormoderne sind strukturiert durch die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Europa und dem Osmanischen Reich und charakterisiert durch Furcht und Faszination. Die Begegnungen in der Moderne sind geprägt durch die Entstehung des kapitalistischen Weltsystems, in dessen Peripherie das Osmanische Reich einbezogen wird, und dem Imperialismus (Kolonialismus). Die Begegnungen im Zeitalter der Globalisierung sind geprägt durch militärische, politische und wirtschaftliche Kooperation im selben Bündnissystem (NATO, Westen) sowie Enstehung und Intensivierung transnationaler Verflechtungen zwischen Deutschland und der Türkei.


Die Veranstaltung wird gefördert von der Landeszentrale für Politische Bildung Hamburg

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13. September 2013

Der eigenen Verantwortung stellen – Deutschland und der Genozid an den Armeniern


2. Öffentliche Veranstaltung in der Reihe


BEGEGNUNGEN in Geschichte und Gegenwart: DEUTSCHLAND und die TÜRKEI Zum Umgang mit differierenden Erinnerungskulturen in der multi-ethnischen Gesellschaft


Freitag, 13. September 2013 | 19:00 h | Werkstatt 3, Nernstweg 32-34, Hamburg- Altona


Am 24. April 1915 ließ die jung-türkische Regierung des Osmanischen Reichs die gesamte armenische Elite in der Hauptstadt Konstantinopel verhaften. Gut die Hälfte der etwa 2 Millionen Armenier im Osmanischen Reich fiel Erschießungen und Todesmärschen zum Opfer. Kein fremder Staat war so nah am Geschehen wie das deutsche Kaiserreich, der wichtigste Alliierte der Türkei im Ersten Weltkrieg. Seine Missionare, Lehrer, Offiziere, Konsuln und Botschafter zeichneten die Details des Völkermords nach, einige seiner Offiziere nahmen auch aktiv an der Vernichtung der Armenier teil. Bis heute leugnet die Türkei, der Rechtsnachfolger des Osmanischen Reichs, offiziell den Genozid. Und noch heute weiß die deutsche Öffentlichkeit nur wenig über diesen Genozid am Anfang des 20. Jahrhunderts.


Die Veranstaltung wird mit zwei Vorträgen der historischen wie der aktuellen Diemsion dieser Seite deutsch-türkischer Geschichte nachgehen:


Wolfgang Gust wird die deutsch-osmanischen Beziehungen und die Gründe und Hintergründe ihrer Zusammenarbeit zwischen 1898 und dem Ende des 1.Weltkrieges darstellen und die Verwicklung des Deutschen Reiches in den Völkermord an den Armeniern und die daraus erwachsene historische Verantwortung Deutschlands verdeutlichen.


Nikolaus Brauns wird im Anschluss nachzeichnen, wie die gesellschaftliche und politische Auseinandersetzung mit dem Völkermord an den Armeniern aktuell in der Bundesrepublik Deutschland geführt wird und darlegen, warum diese Auseinandersetzung gerade auch für die deutsche Mehrheitsgesellschaft wichtig ist.


Einführung in die Veranstaltung: Dr. Andreas Hieronymus, iMiR, Hamburg

Moderation: Doğan Akhanlı, Recherche International, Köln


Wolfgang Gust war Mitte der 60er bis Anfang der 90er Jahre als Journalist beim SPIEGEL tätig. Seit Anfang der 90er Jahre ist er als Publizist aktiv, mit dem Schwerpunkt Völkermord an den Armeniern 1915/16, (http://www.wolfgang-gust.net/).


Nikolaus Brauns arbeitete von 1997 bis 2005 als Journalist für die junge Welt und Neues Deutschland. Seit Januar 2007 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter der innenpolitischen Sprecherin der Linksfraktion im Deutschen Bundestag, Ulla Jelpke, (http://www.nikolaus-brauns.de/html/zur_person.html).



27.- 29. September.2013

Studienreise Berlin

Freitag, 27.09.2013

15.00 Uhr Abfahrt nach Berlin: Ankunft in der Unterkunft; Zimmerverteilung, Organisatorisches.

20.00 Uhr: Abendessen, Organisatorisches

Samstag, 28.09.2013

09.00 Uhr: Studientag in der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz; Einführung und Rundgang durch die Ausstellung, (Begleitet durch Eike Stegen)

Haus der Wannsee-Konferenz: In der heutigen Gedenkstätte, einer Industriellenvilla aus dem Jahre 1915, die von 1941-1945 als Gästehaus der SS genutzt wurde, besprachen am 20. Januar 1942 fünfzehn hochrangige Vertreter der SS, der NSDAP und verschiedener Ministerien die Kooperation bei der geplanten Deportation und Ermordung der europäischen Juden. (http://www.museumsportal-berlin.de/museen/haus-der-wannsee-konferenz/)

Alternativ: Ort der Information unter dem Stelenfeld – Stiftung, Denkmal für die ermordeten Juden Europas (http://www.stiftung-denkmal.de/startseite.html

12.00 Uhr: Mittagessen / Pause

14.00 Uhr: Besuch und Gespräch im Lepsiushaus, Potsdam: Das Beziehungsgeflecht von Armeniern, Griechen, Deutschen und Türken im Ersten und Zweiten Weltkrieg, (Begleitet: Dr. Rolf Hosfeld)

Das Potsdamer Lepsiushaus ist eine in Deutschland und Europa einmalige Forschungs- und Begegnungstätte an ein für die Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts initiales Ereignis, den Völkermord an den Armeniern. (http://lepsiushaus.wordpress.com/)

20.00 Uhr: Kulturelles Angebot

Sonntag, 29.09.2013

9.00 Uhr: Begleiteter Rundgang durch die Hardenbergstraße: Gedenkstein für Cemal Kemal Altun, das Schicksal der Familie Behar, das Attentat auf Talaat Pascha, das Exil von Ernst Reuter und Stationen griechischer Geschichte (Begleitet durch Eike Stegen & Dogan Akhanli)

13.00 Uhr: Mittagessen

14.00 Uhr: Rundgang „Rund ums Brandenburger Tor“: Reichstag, Gedenken an ermordete Abgeordnete, Mauergedenken, Mahnmal Sinti/Roma, Holocaust-Denkmal, Mahnmal Homosexuellenverfolgung (T-4-Gedenken, Volksgerichtshof, Potsdamer Platz je nach Zeitlage)

17.00 Uhr Abfahrt nach Hamburg

Teamer der Studienfahrt: Hasan Burgucuoglu, Hamburg: Dogan Akhanli, Recherche International e.V., Köln; Eike Stegen, Haus der Wannsee Konferenz, Berlin

Falls ihr noch Fragen habt, schickt mir gerne eine e-Mail oder ruft mich an (Freitag 20.9. und Dienstag 24.9. bin ich nicht im Büro)!

Herzliche Grüße, Ines

Ines Fögen Institut für Migrations- und Rassismusforschung e.V. Nernstweg 32-34 22765 Hamburg

fon: +49 (0)40 4929 7247 fax: +49 (0)40 413 696 20 email: ifoegen@imir.de


1. November 2013

Die Türkei und der Holocaust

Mit Berna Pekesen & Eike Stegen


3. Öffentliche Veranstaltung in der Reihe

BEGEGNUNGEN in Geschichte und Gegenwart: DEUTSCHLAND und die TÜRKEI

Zum Umgang mit differierenden Erinnerungskulturen in der multi-ethnischen Gesellschaft

Freitag, 01. November 2013 | 19:00 h | Werkstatt 3, Nernstweg 32-34, Hamburg- Altona


Während der Shoah kamen über 3000 jüdich-türkische Bürger in Europa ums Leben. Ein bekannter Überlebender war Isaak Behar. Seine Familie war 1915 aus Istanbul nach Berlin gekommen, weil „sie sich vor den Feindseligkeiten fürchtete, denen im Osmanischen Reich lebende Minderheiten – Griechen, Armenier und Juden – zunehmend ausgesetzt waren“.


Die Veranstaltung wird mit mit zwei Vorträgen der wechselvollen Geschichte der Juden des Osmanischen Reiches und der Türkei nachgehen, und beleuchtet die Entstehung des modernen türkischen Nationalstaats und dessen Minderheitenpolitik, die die Situation der Juden entscheidend veränderte.

Einführung in die Veranstaltung: iMiR, Hamburg

Moderation: Doğan Akhanlı, Recherche International, Köln


Die Türkei, die Juden und der Holocaust

Vortrag von Eike Stegen, Haus der Wannsee Konferenz, Berlin


Eike Stegen zeichnet die Beziehungen zwischen NS-Deutschland und der Türkei im Zweiten Weltkrieg, die ambivalente Politik Ankaras gegenüber Flüchtlingen und Exilsuchenden aus dem Deuschen Reich sowie das Schicksal der in Europa lebenden türkischen Juden während der Shoah nach.


Nationalismus, Türkisierung und das Ende der jüdischen Gemeinden in Thrakien: 1918-1942

Vortrag von Berna Pekesen, Universität Hamburg

Berna Pekesen stellt die türkisch-jüdische Beziehungsgeschichte dar und zeigt auf, wie in der jungen Türkei im Zeichen von Nationsbildung und Modernisierung eine explosive Mischung aus Frustration und Chauvinismus entstand, die sich gegen alles "Fremde" entlud, auch gegen Juden. Diese zerstörte das bis dahin bestehende Loyalitätsverhältnis zwischen der jüdischen Bevölkerung und dem osmanischen Reich..

Referent_innen:Eike Stegen, Historiker und freier wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz, Postdamm.Dr. Berna Pekesen führt seit Juni 2012 das DFG-Projekt „Linker Autoritarismus in der Türkei, 1960-1990“ am Fachbereich Turkologie des Asien-Afrika-Instituts der Universität Hamburg durch.


Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe unter: http://platform.imir.de/

29. November 2013

Der Völkermord an den Armeniern und die Shoa


4. Öffentliche Veranstaltung in der Reihe


BEGEGNUNGEN in Geschichte und Gegenwart: DEUTSCHLAND und die TÜRKEI

Zum Umgang mit differierenden Erinnerungskulturen in der multi-ethnischen Gesellschaft


Freitag, 29. November 2013 | 19:00 h | Werkstatt 3, Nernstweg 32-34, Hamburg- Altona


Der Völkermord an den Armeniern und die Shoa


Mihran Dabag untersucht in seinem Vortrag die jungtürkische Politik der Vernichtung gegenüber den Armeniern im Zusammenhang mit der Umwandlung des Osmanischen Vielvölkerstaats in einen modernen Nationalstaat nach westlichem Vorbild. Er ordnet die Politik der Vernichtung ein in die gesellschaftlichen und staatlichen Veränderungen und in das Netz von Weltanschaungen, politischen Ideen und Programmen, die diesen Umwandlungsprozess vorbereiten, begleiten und rechtfertigen. Zugleich lenkt er den Blick auf analoge Aspekte in der Entwicklung nationaler Diskurse und ihrer Verschränkung mit antisemitischen Positionen im Deutschen Reich seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts.


Prof. Dr. Mihran Dabag, geboren 1944 in Diyarbakir, Türkei, studierte Philosophie, Soziologie, Politologie und Geschichtswissenschaft in Bonn und Bochum. Dabag beschäftigte sich u.a. am Bochumer Institut für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik (IEE) mit Fragen der Konfliktforschung; an der Sektion für Sozialpsychologie und Sozialanthropologie leitete er gemeinsam mit Kristin Platt ein „Oral History Project“, in dem narrative Interviews mit Überlebenden des Völkermords an den Armeniern geführt und ausgewertet wurden. 1994 gründete er das Institut für Diaspora- und Genozidforschung an der an der Ruhr-Universität Bochum und leitet es seitdem als Direktor.


Einführung in die Veranstaltung: Dr. Andreas Hieronymus, iMiR, Hamburg


Moderation: Ines Fögen, iMiR, Hamburg


Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe unter http://platform.imir.de/?q=content/begegnungen-geschichte-und-gegenwart-deutschland-und-die-t%C3%BCrkei


17. Januar 2014

Widerstand und Zivilcourage während des Völkermords an den Armeniern und während des Holocaust


5. Öffentliche Veranstaltung in der Reihe


BEGEGNUNGEN in Geschichte und Gegenwart: DEUTSCHLAND und die TÜRKEI

Zum Umgang mit differierenden Erinnerungskulturen in der multi-ethnischen Gesellschaft


Freitag, 17. Januar 2014 | 19:00 h | Werkstatt 3, Nernstweg 32-34, Hamburg- Altona


Im Vortrag von Ayşın Yeşilay İnan wird es um Retter und Helfer armenischer Verfolgter in der Zeit des Völkermords an den Armeniern im Osmanischen Reich gehen. Anders als einige Täter des Völkermordes, nach denen bis heute Straßen und Gebäude in der Türkei benannt sind, bleiben diese "verschwiegenen Helden" des dunkelsten Abschnitts der neueren türkischen Geschichte bis heute ungenannt und ihre Biografien und Taten unsichtbar. Die Retter und Helfer hatten unterschiedliche Weltanschauungen, gemeinsam aber war ihnen, dass sie keine höhere Autorität als die Stimme ihres Gewissens kannten. Ihr Einsatz für Verfolgte und ihre Weigerung am Völkermord mitzuwirken führte zum Verlust ihrer beruflichen Stellung, ihrer Freiheit und in einigen Fällen zum Verlust ihres Lebens.


Aus der Perspektive von NS-Verfolgten wird Janne-Renate Delin Widerstand und Zivilcourage während des Nationalsozialismus darstellen und nachzeichnen, wie die NS-Verfolgten selbst über ihren Widerstand sprechen und um seine Wahrnehmung und Anerkennung in der Bundesrepublik gerungen haben. Sie wird problematisieren, wie die Berichte der Verfolgten zu unterschiedlichen Zeiten in der sich wandelnden Erinnerungskultur der Bundesrepublik aufgenommen worden sind. Der Vortrag endet mit Beispielen von neue mediale Formen der Erinnerung, die zeigen, wie in der Zukunft die Stimmen der Zeitzeugen hörbar gemacht werden können.


Einführung in die Veranstaltung: iMiR, Hamburg | Moderation:


Ayşın Yeşilay İnan ist klinische Psychologin in Bernau und Mitglied der Arbeitsgruppe Anerkennung - Gegen Genozid, für Völkerverständigung e.V.


Janne-Renate Delin ist Soziologin [M.A.], beschäftigt sich insbesondere mit Ausgrenzungsprozessen und Regierungspraktiken.

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21. Februar 2014

Vom Umgang mit den im Deutschen und im Osmanischen Reich verübten Genoziden


7. Öffentliche Veranstaltung in der Reihe


BEGEGNUNGEN in Geschichte und Gegenwart: DEUTSCHLAND und die TÜRKEI

Zum Umgang mit differierenden Erinnerungskulturen in der multi-ethnischen Gesellschaft


Freitag, 21. Februar 2014 | 19:00 h | Werkstatt 3, Nernstweg 32-34, Hamburg- Altona


In der politischen Mitte Deutschlands, zwischen Bundestag und Bundesrat, markiert das Denkmal für die ermordeten Juden Europas unübersehbar, wie zentral dieses Verbrechen im historisch-politischen Diskurs in Deutschland ist. Im völligen Gegensatz dazu stehen die Informationen über den Umgang von so genannten Sicherheitsbehörden mit rechtsextremen Terror, die jüngst in Untersuchungsausschüssen und im "NSU-Prozess" zu erfahren sind: Hier scheinen Wachsamkeit oder Lehren vor dem Hintergrund der NS-Geschichte gänzlich abwesend. Eike Stegen wird darstellen, wie sich der Prozess der Aufarbeitung, Anerkennung und Erinnerung der NS-Verbrechen in Deutschland gestaltet hat und anschließend der Frage nachgehen, was dieser Prozess heute für uns in Deutschland bedeutet: Inwiefern ist die Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte aktuell gesellschaftlich und politisch wirkmächtig? Ist die Auseinandersetzung eine historisch-gedenkende, die zu bestimmten Jahrestagen gefragt ist (80 Jahre Machtübertragung, 75 Jahre Novemberpogrom), oder ist die Auseinandersetzung darüber hinaus von Bedeutung?


Anhand der Situation der in der Türkei lebenden Armenier zeichnet Talin Suciayan die Leugnung des Völkermords und den bis heute verhinderten Prozess zur Erreichung der Anerkennung nach. Ausgangspunkt ist die Schilderung des gesellschaftlichen Lebens und Alltags der armenischen Überlebenden in den Provinzen nach 1923 und die Darstellung der gesetzlichen Beschränkungen (z.B. bezüglich Reisen, Arbeit, eigenem Schulwesen), die ihr Leben beschnitt. Talin Suciayan stellt die aufgrund der Beschränkungen einsetzende Migration aus den Provinzen nach Istanbul und die Vernichtung des armenischen Kulturerbe in den Provinzen dar. Abschließend wird Talin Suciayan über die heutige politische und soziale Situation der Armenier in der Türkei berichten.


Einführung in die Veranstaltung: iMiR, Hamburg | Moderation: iMiR, Hamburg


Dr. Talin Suciyan, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ludwig-Maximilian Universität München


Eike Stegen, Historiker und freier wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz, Potsdam

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28. März 2014

Habap Çeşmeleri – Die Brunnen von Habap


Erinnerungsspuren und die Zukunft der Erinnerung


Mit Fethiye Çetin (Anwältin, Menschenrechtsaktivistin und Schriftstellerin, Istanbul)


8. Öffentliche Veranstaltung in der Reihe


BEGEGNUNGEN in Geschichte und Gegenwart: DEUTSCHLAND und die TÜRKEI

Zum Umgang mit differierenden Erinnerungskulturen in der multi-ethnischen Gesellschaft


Freitag, 28. März 2014 | 19:00 h | Werkstatt 3, Nernstweg 32-34, Hamburg- Altona


Die türkische Regierung leugnet den Völkermord an den Armenier_innen und schweigt zur Erinnerung an das Verbrechen und seine Opfer. Fethiye Çetin erfährt erst als junge Frau von der armenischen Abstammung ihrer Großmutter. Mit ihrem Buch Anneannem (Meine Großmutter, 2004) macht sie das bis dahin verschwiegene Schicksal der in der Türkei als muslimisierte überlebende Armenier_innen öffentlich.


2011 leitet sie in Habap, dem Geburtsort ihrer Großmutter, die Restaurierung zweier armenischer Brunnen, unter der Beteiligung armenischer, kurdischer und türkischer Jugendlicher. Fethiye Çetin wird von ihrer Erinnerungsarbeit in der Türkei und den damit verbundenen Erfahrungen berichten.


Einführung in die Veranstaltung: Ines Fögen iMiR, | Moderation: Andreas Hieronymus iMiR


Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe unter http://platform.imir.de/?q=content/begegnungen-geschichte-und-gegenwart-deutschland-und-die-t%C3%BCrkei

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9. Mai 2014

Völkermorde des 20. Jahrhunderts

Die Kämpfe um Anerkennung und die Fragen der Vergleichbarkeit

8. Öffentliche Veranstaltung in der Reihe

BEGEGNUNGEN in Geschichte und Gegenwart: DEUTSCHLAND und die TÜRKEI Zum Umgang mit differierenden Erinnerungskulturen in der multi-ethnischen Gesellschaft

Freitag, 9. Mai 2014 | 19:00 h | Werkstatt 3, Nernstweg 32-34, Hamburg- Altona


Im Zentrum der Veranstaltungsreihe steht der Versuch, in der deutschen Migrationsgesellschaft Wege zu finden für eine, bei unterschiedlichen Zugehörigkeiten gemeinsame, verantwortungsvolle Auseinandersetzung mit dem Holocaust, anderen Völkermorden und staatlichen und kollektiven Gewaltverbrechen. In diesem Sinne haben wir in den vorhergehenden Veranstaltungen den Holocaust und den Völkermord an den Armeniern in Bezug gesetzt. In der letzten Veranstaltung wollen wir die Auseinandersetzung ausweiten auf weitere von deutscher Seite begangene Verbrechen, den während des NS verübten Völkermord an den Roma und Sinti und den Völkermord an den Herero und Nama.


Vortrag von Prof. Dr. Jürgen Zimmerer, Hamburg

70 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz scheint eine differenzierte Aufarbeitung und Erinnerung an den Holocaust etabliert, die die deutsche Politik und Teile der Öffentlichkeit bisweilen selbstzufrieden zelebrieren. Jürgen Zimmerer wird zeigen, dass in der Erinnerung an deutsche Massengewalt eine Lücke klafft: Weder der Genozid an den Herero und Nama, noch einer der anderen kolonialen Gewalttaten des Deutschen Reiches findet offizielle Anerkennung und Gedenken. Zu den weitreichenden Folgen dieser Amnesie gehört eine Verharmlosung von Rassismus und seiner vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart reichenden Kontinuitäten.


Vortrag von Prof. Dr. Micha Brumlik, Berlin

Die In-Bezug-Setzung verschiedener Völkermorde wirft notwendigerweise immer auch die Frage auf, nach dem Ziel, den Chancen und den Problemen hinsichtlich des Vergleichens oder In-Bezug-Setzens dieser Völkermorde. Micha Brumlik wird, u.a. mit Blick auf die Singularitätsthese und die Beiträge der postkolonialen Theorie, die geschichtspolitischen Debatten zur Anerkennung und Vergleichbarkeit der Völkermorde an den Herero und Nama, an den europäischen Juden und Roma und Sinti und an den Armeniern untersuchen und diskutieren.



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